Die Zunge Europas

21. Januar 2009

Mein größter und in Wirklichkeit einziger Wunsch:

Mit nacktem Oberkörper Holz hacken, ohne dass es scheiße aussieht. Glück könnte so einfach sein.


Kofferraumdeckel. Was für ein deprimierendes Wort. Deprimierende Worte, deprimierende Welt:

Jojo-Diät, Kofferraumdeckel, Weight Watchers, Atkins, Fettwaage, Schleifkorbtrage, Fatburner, Alarmstufe Rahmstufe, FDH, Vierfachkinn, Sauklumpen, Dickenturnen, Röllchenalarm, highty mighty undundundoderoderoder.

Die Wahrheit ist nämlich so: Nichts schmeckt so gut wie Dünnheit sich anfühlt.

Weiter gehts: Fettschwarten am Rücken sehr dicker Menschen nennt man: “Tannenbäume“, die herunterhängende, schlaffe Haut des Bauches “Rollläden“, und Fettansammlungen am Hals verursachen das sog. Treppenkinn.
Treppenkinn” und “Kartoffelknie” kann man in extremer Großaufnahme übrigens nicht voneinander unterscheiden. Das aus dem Hosenbund quellende Fett heißt ab sofort nciht mehr “Hüftgold” (das Wort ist verbraucht, ausgelutscht, öde), sondern “Elchschaufeln“. (Anweisung von ganz oben – also von mir.)
Dann gibt es noch Salz- und Pfefferstreuer, Winkfleisch und gelblich unter der Haut schimmernden Flimmerspeck. Das schöne Wort, von dem ich leider nicht weiß, was GENAU es bedeutet: “Zigeuner des Körpers“.
Magisch.

Zigeuner des Körpers. was mag wohl dahinterstecken? Egal, Stand der Dinge: Kofferraumdeckel geht nicht zu. Mein größter und in Wahrheit einziger Wunsch: mit nacktem Oberkörper Holz hacken ohne dass es scheiße aussieht. Glück kann so einfach sein.

Heinz Strunk – Die Zunge Europas

Die Zunge Europas

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