Auswärtsspiel am Radio
Gregor 22. März 2009
Freitag, 20. März 2009, 19 Uhr: Eintracht Trier – Rot-Weiss Essen
1:1 (0:1)
Mit bemerkenswerter Gleichgültigkeit verfolgten wir am Freitagabend die Liveberichterstattung von Radio Hafenstraße.
Am Ende waren wir mal wieder froh, nicht nach Trier gefahren zu sein. Da trinkt man sich lieber mit Bier an den Abend heran, damit die Stimmung für die anstehende Geburtstagsparty von unserem Freund nicht ganz den Bach runter geht.
Früher war das anders. Wenn ich nicht im Stadion sein konnte, klickte ich mich nervös durch die Live-Ticker von Jawattdenn und Revier Sport, Radio Essen war laut aufgedreht und im Forum war kollektives Leiden angesagt. Der Blutdruck blieb 90 Minuten hypertonisch, ich rauchte eine Kippe nach der anderen. Jubelschreie oder Flüche irritierten die Nachbarschaft.
An diesem Freitag bastelten wir gemeinsam an einem Geburtstagsgeschenk und nippten seelenruhig an unserem Veltins (was trotz Sponsoring für den Vorortclub aus Herne-Ost gekühlt recht genießbar ist). Ehrlich gesagt, hätte ich sogar fast das Spiel vergessen, aber Kai schaltete selbstlos den Livestream von Radio Hafentraße an. Jedoch nicht ohne die bittere Erkenntnis, dass uns nun wieder zwei Stunden mit grauenvollstem Fußball bevorstehen. Wir zuckten höchsten mit der Wimper, als der Ausgleich für Trier fiel. So tut es fast schon mehr weh, wie beschränkt die Wortakrobaten von Radio Hafenstraße eine Live-Reportage halten. Ihr Engagement in allen Ehren, ich bin froh, dass jemand diesen Job macht, aber qualitativ bewegt sich das auf OK43-Niveau.
Als das Spiel vorbei war, konzentrierten wir uns kommentarlos auf den weiteren Verlauf des Abends. Jedes Wort wäre zuviel gewesen.
Gleichgültigkeit als Abwehrverhalten gegen den Frust und die Abneigung gegen das Treiben “unserer Elf”. Seit der bitteren Niederlage gegen Lübeck im letzten Spiel der Saison 07/08 kann mich nichts mehr schocken. War RWE früher Gegenstand großer Diskussionen Zuhause, im Freundeskreis oder in der Kneipe, winkt man heute nur noch ab, wir wollen die Stimmung doch nicht vermiesen.
Meine Mutter verlässt mittlerweile den Raum, wenn ich mit Vatter doch noch mal ein Klagelied über den Verein anstimme.
Kai und ich haben ein Schweigegelübde abgelegt nach dem Lübeck-Spiel, wir wollen erst wieder über Rot-Weiss reden, wenn die neue Saison losgeht. Es war einer der schönsten Sommer meines Lebens.
RWE-Spiele zu sehen, war schon lange eine Art von Selbstkasteiung, aber mittlerweile kommt es einer Selbstkreuzigung gleich.
Nichts desto trotz liegt meine Dauerkarte schon bereit für das nächste Heimspiel gegen Schlusslicht Cloppenburg am Freitagabend.
“Dat war dat letzte Mal heute, mich sehen die hier nie wieder!” Solche Phrasen nimmt einem jetzt keiner mehr ab. Wer jetzt noch ins Stadion geht, hat sich als Masochist der härtesten Sorte geoutet und wird vom Hausarzt in die Risikogruppe für Augenkrebs eingestuft
Bestimmt kommen nur noch die 5 oder 6.000 Schmerzfreien, aber das ist mir egal, so hab ich wenigstens mehr Platz zum Bier-Holen und es gibt keine Schlangen im Toiletten-Container.
Wir sehen uns im Block K
- Block K
- 4 Kommentare
Da ich einer der Schmerzfreien bin, kann ich deine Gefühlslage sehr gut nachvollziehen. Aber Scheisser- Sekt werd ich mir deshalb trotzdem nich reintun
Tickets für Brinkmanns Abschiedsspiel gewinnen
Am Freitag will Ansgar Brinkmann es noch einmal allen zeigen. Der Kultspieler, viele Jahre für die Preußen am Ball, veranstaltet in der Bielefelder SchücoArena sein Abschiedsspiel.
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“Zitat” So tut es fast schon mehr weh, wie beschränkt die Wortakrobaten von Radio Hafenstraße eine Live-Reportage halten. Ihr Engagement in allen Ehren, ich bin froh, dass jemand diesen Job macht, aber qualitativ bewegt sich das auf OK43-Niveau.
“Zitat Ende”
Deine Schreiberei auch mal in allen Ehren gesetzt, aber ich frage mich ständig , warum zum einen es immer wieder RWE Fans gibt die meinen sich immer wieder ungefragt das Recht raus zu nehmen über andere zu Urteilen. Das steht mir bis zum Hals, Ich habe überhaupt nichts gegen Kritik, aber warum die immer so ausfallend sein muss werde ich Niemals verstehen.
Viel Spaß demnächst bei unserem Lokal Sender, oder wo auch immer…………
Und Übrigens haben wir Nie das Ziel verfolgt, besser oder Professioneller zu sein wie OK 43. Unser Ziel ist Klar Definiert ,nämlich ein FAN Sender zu sein und auch zu bleiben.
Rot Weisse Grüße von einem der beschränkten Wortakrobaten von Radio Hafenstrasse
Lieber Capo, schön dass du diesen Artikel kommentiert hast.
Tut mir leid, dass du dich angegriffen fühlst, aber wenn du den Artikel richtig liest, müsste dir auffallen, dass wir euch/dich von Radio Hafenstraße nicht persönlich für beschränkt halten. Das Blog beschreibt subjektiv, wie wir das Trier-Spiel am Radio erlebt haben.
Mit beschränkt meinte ich die Reportage, nicht euch persönlich. Vor allem die sprachlichen Mittel, mit denen das Spiel beschrieben wurde, waren eher einfach und manchmal nur “dahin gestöhnt”. Die Live-Reportage war wirklich nicht gut, wobei man den beiden Kommentatoren zugute halten muss, dass sie sich das Spiel anschauen mussten und da hätten mir auch die richtigen Worte gefehlt!
Euer Kommentatoren-Team muss sich ja erst mal für eine 90 Minuten-Liveschaltung einspielen, also darf Kritik erlaubt sein, denke ich.
Das Münster-Spiel habt ihr schon besser gemacht, ich sehe da eine positive Entwicklung. Weiter so!!
Das war noch kein Marcel Reif, aber wer will den an der Hafenstraße schon haben?!
PS: Danke, dass ihr uns in der Sendung so oft zitiert habt (”Wortakrobaten”), aber demnächst dürft ihr unsere URL nicht vergessen
Rot-Weisse Grüße,
Gregor