Archiv für das Tag 'Deichkind'

Festivalsommer im Ruhrgebiet

25. Mai 2009

Wer auf harte Feierei aus ist, kann diesen Sommer wieder ordentlich abräumen. Fast jedes Wochenende findet irgendwo im Pott ein Festival statt. Ich werde mich wohl auf dem einen oder anderen Massenspektakel sehen lassen. In chronologischer Reihenfolge meine Favoriten:

WERDENER PFINGST OPEN AIR – 1.Juni 2009

Das Löwental in Essen-Werden, eine Institution seit Jahren. Seit 2 Jahren: Die besoffenen Zecken müssen leider draußen bleiben, weil das Festival zwar „Umsonst & Draußen“ ist, aber Bier für umsonst draußen bleiben muss. Nicht so stark besetzt, aber ich freue mich auf Kreator (wir berichteten) und Whitest Boy Alive (großer Song: 1517).

DEVILSIDE – 28.Juni 2009

Ein neues Festival im Landschaftspark in Duisburg. Die Location verspricht viel, das Line-Up auch. Der Burner sind Motörhead, Misfits, Hammerhead (!!) & Sepultura. Wer nicht in schwarzer Lederhose kommt, kriegt aufs Maul! Die 39 Ocken lohnen sich garantiert. mehr dazu hier

VAINSTREAM –  2. + 3. Juli 2009

Die Hype-Schickeria der Metal & Hardcore-Szene trifft sich in Münster. Absolut geiles hartes Line-Up. Suicidal Tendencies lassen sich auch mal wieder in NRW blicken. Wer neben den Bands noch auf volltätowierte Bodybuilder-Prolls und minderjährige Ritzerkids steht, ab ins Münsterland. Tipp: Nicht zu nah an der Bühne stehen, es darf gemosht werden.

BOCHUM TOTAL –  2. – 5. Juli 2009

Der Weg in das Bochumer Bermuda Dreieck geht an diesem Wochenende eigentlich immer klar. Schön mit einem Rucksack voller Bier das Geschehen verfolgen und über Alkoholleichen stolpern. In der ganzen Innenstadt ist Polackenflachrennen. Leider sind die Bands meist nicht immer so der Burner.

FEST VAN CLEEF – 12.Juli 2009

Delta Park Essen: Tomte & Muff Potter mittendrin? Kaum zu glauben, die deutschen Indie-Kronprinzen geben sich im Tempel des Ballermanns die Ehre. Im Vergleich zu anderen Festivals sind 26 Euro kaum gerechtfertigt. Aber Element Of Crime-Fans haben ja sonst auch nicht viel zu lachen.

JUICY BEATS – 1. August 2009

Deichkind haben vor zwei Jahren schon mal abgeräumt, dieses Jahr kommen sie wieder in den Westfalenpark Dortmund. Ein absolutes Muss für Electro-Freunde. Von Samstagmittag bis in den Sonntagmorgen hinein wird meist elektronisch auf 20  Stages abgewackelt. Da ist wirklich jeder Stil vertreten. Mit dabei noch: Jazzanova & Alter Ego etc pp. Cool ist auch die Hotel Shanghai-Stage. 19 Euro im VVK sind definitiv korrekt.

AREA 4 – 21. – 23.August 2009

Das Line-Up sagt alles. Wer Ende August noch Kohle übrigt hat, geht nach Lüdinghausen. FAITH NO MORE ! LIFE OF AGONY THE OFFSPRING THURSDAY ANTI-FLAG CJ RAMONE EAGLES OF DEATH METAL PANTEON ROCOCO RISE AGAINST TURBOSTAAT DEFTONES FARIN URLAUB RACING TEAM THE GET UP KIDS MAD CADDIES

ESSEN ORIGINAL – 28. – 30.August 2009

Schwach präsentiert sich Essen dieses Jahr. Man beschränkt sich auf Klassik für Graumelierte und Jazz-Gegniedel für Sonderpädagogen. Passend zur gesamten Stadtpolitik wird auf Musik für die breite Masse verzichtet. Einzig die MADE IN ESSEN Stage für Essener Nachwuchs-Rockbands findet statt. Peinlich auch das Glasflaschenverbot. So wird das nix mit einer populär-kulturellen Haupstadt Europas 2010.

Außerhalb von NRW:

SZIGET 12. – 17.August 2009

Budapest, Ungarn. Auf einer Insel findet in 5 (+2) Tagen das exzellenteste Festival, was Europa zu bieten hat. Internationale Gäste, vielseitiges Musikangebot und günstige Getränkepreise. Die Rockstage bietet Deftones, Bloc Party, Klaxons, Die Toten Hosen, Faith No More und so weiter. In der Partyarena werden Digitalism mich zum Tanzen bringen und für Hippie-Scheiße gibts die World Stage. Empfehlen kann ich auch die ungarischen Frauen, die gibts neben den 120 Euro Eintritt allerdings meist kostenlos (oder höchstens ein, zwei Palinka). Ich bin Stammgast seit 4 Jahren. Mehr dazu hier.

WITH FULL FORCE

Findet leider parallel zum Vainstream statt, hat aber mit den Kassierern (u.a.!) Einiges zu bieten. Weiter Weg nach Dunkeldeutschland muss gut geplant sein.


Start ins Wochenende: Volker hört die Signale!

Aufstand ins Schlaraffenland – Ein Sonntagsausflug

19. Januar 2009

Ein Konzerterlebnis mit Deichkind

Kein Gott – kein Staat – lieber was zu Saufen“ hallt es durch die Nacht im Kölner Stadtteil Mühlheim. 3000 Fans der Tanzkapelle namens Deichkind stören die sonntägliche Ruhe und machen ihrem Ärger über die herrschenden Zustände Luft. Dies ist keine Demonstration gegen Polizeigewalt oder für Frieden im Gazastreifen.

Bild: Stinker@flickr.com

Bild: Stinker@flickr.com

Bier ist alle. Der Mob giert nach lauten Technobeats und maximalem Promillegehalt, nicht nach Weltfrieden. Um ihrem Verlangen nach zu kommen, strömen sie nach der Show ins verwaiste Szeneviertel Kölns.

Leider geht da nicht viel, wie gesagt, es ist Sonntag.

Jedoch ist die Meute aufgeputscht von einer ekstatischer Show und einige finden auch den letzten Laden, der noch halbnackten Wahnsinnigen einen Platz zum Tanzen bietet.

Die Show im ausverkauften Kölner Palladium war beeindruckend und die Fans konnten den drögen Alltag vergessen und ihrer Tanzwut freien Lauf lassen. Zwei Stunden spielten die Deichgören vornehmlich Hits ihrer letzten zwei Platten „Aufstand im Schlaraffenland“, „Arbeit Nervt“, wobei einige wenige Songs aus der Hip Hop-Phase („Bon Voyage“, „Limit“ und „Reimemonster“ von Ferris) auch die alten Fans besänftigte. Gerade die alten Hits zum Höhepunkt des Konzerts ließen die Halle bis zur letzten Reihe bouncen und springen.

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