Archiv für das Tag 'Thomas Strunz'

Rot-weißer Scherbenhaufen

31. Mai 2009

Das Chaos ist perfekt. Fassungslosigkeit an der Hafenstraße.

Der Schrei vom Niederrhein

Der Schrei vom Niederrhein

Als wäre diese desaströse Saison 2008/09 nicht schon schlimm genug, wird nun auch noch öffentlich ein Machtkampf in der Führungsriege ausgetragen. Nach der peinlichen Niederlage im Niederrhein-Cup-Finale gegen den 6.Ligisten VfB Speldorf kamen zahlreiche Repräsentanten des Vereins zu Wort. Vorstandsmitglied Schäfer nennt die Mannschaft zu Recht eine „Schande für den Verein“, 1.Vorsitzender Meutsch spricht vom totalen Scheitern und ein anonymes Aufsichtsratmitglied fordert öffentlich den Rausschmiss von Thomas Strunz. (siehe Artikel hier und hier)

Der Aufsichtsratvorsitzender Brückemeyer stellt sich dagegen hinter den sportlichen Leiter Strunz und stärkt ihm den Rücken. Ist er einer seiner letzten Fürsprecher im Verein? Nach dem gescheiterten Aufstieg hielten sich viele mit Kritik am Manager Strunz zurück. Die peinliche Posse um den 29-Tage-Coach Middendorp und die Niederlage im Pokalfinale rief plötzlich eine große Zahl an Kritikern auf den Plan. Öffentlich wird der sportliche Leiter zur Disposition gestellt. Die Kritikpunkte sind einleuchtend, das Team hat trotz großer Vorschusslorbeeren in ganzer Linie versagt. Die schönen Worte von einer großen Zukunft des Vereins kriegt Thomas Strunz jetzt um die Ohren gehauen.

Nach dem bedeutungslosen 3:0-Sieg gegen Oggersheim ging Strunz in der Pressekonferenz nun in die Offensive und forderte ein Bekenntnis für den von ihm eingeschlagenen Weg, d.h. für ihn selbst. Zudem bot er sich für die nächste Saison als Teamchef an. Der Pokerspieler nennt sowas „All in“, Alles oder Nichts!

Im Verein stehen sich nun zwei Fronten gegenüber. Soll der Konstanz wegen noch ein Versuch mit dem aktuellen Personal gestartet werden, obwohl die Mannschaft und Strunz diese Saison in ganzer Linie gescheitert sind oder soll mal wieder ein totaler Neuanfang mit anderen Personalien vollzogen werden? Letzterem stehen die extrem begrenzten finanziellen Mittel entgegen. Das könnte nur mit externen Geldern geschehen, die z.B. Manni Sander (ehemals Vorstand) stellen müsste, der zu den größten Strunz-Kritikern gehört. Und wer garantiert, dass der geforderte Lorenz-Günther Köstner von Null auf Hundert eine exzellent Aufstiegsmannschaft aus dem Hut zaubert?

Logischer erscheint auf Konstanz zu setzen, auch deswegen, weil RWE die Alternativen ausgehen. Erstens wird sich kein guter Trainer diesen Trümmerhaufen antun, zweiten ist es die einzig finanzierbare Möglichkeit. Alte Spieler aus den Verträgen zu lösen und neue gute zu holen ist teuer.

Für mich ist Thomas Strunz in dem einen Jahr sportlich (!) voll und ganz gescheitert, aber wir haben schlicht und einfach keinen Besseren als ihn. Wir können nur hoffen, dass sich das Vetrauen zu Strunz auszahlt und er nach seinen großen Worten endlich Taten auf dem Platz folgen. Die Spiele unter seiner Regie in der Liga sind gut gelaufen, nur das Pokalspiel ging gehörig daneben. Wenn ihm noch ein erfahrener Amateurtrainer wie Klaus Berge zur Seite gestellt wird, könnte man Strunz‘ Unerfahrenheit auf der Bank ausgleichen. Es bleibt uns nichts anderes übrig!

Nun stellt sich die Frage, wie die Stadt bzw. GVE mit Hülsmann zu diesem Thema steht. Sie haben zu einem großen Teil die Entscheidungsgewalt seit der Umstrukturierung. Wie werden die im sportlichen Bereich noch unerfahreneren Personen handeln? Die Sitzung am 8.Juni und die Lizenzerteilung werden schicksalshafte Moment für den sportlichen Leiter Thomas Strunz. Inwiefern haben die alten Seilschaften im Verein noch Macht?

Wer entscheidet in dieser prekäre Situation? Wieso einigen sich die Verwantwortlichen nicht auf eine Position anstatt in der Presse wilde Verlautbarungen (teilweise sogar anonym) zu verkünden ? Wer führt im Verein Machtkämpfe und in wessen Interesse? Wieso tauchen Artikel in SPIEGEL und Welt auf, die mit Insider-Informationen gespickt sind?

Das Chaos im Umfeld des Vereins muss schnellstens beendet werden, denn die aktuelle Situation wirft ein überaus unprofessionelles Licht auf den Verein.

Mal wieder.

Strunz antwortet

11. Mai 2009

Die Jahreshauptversammlung von RWE findet am Donnerstag statt.  Sowohl die Strukturveränderungen als auch das sportliche Scheitern werden im Mittelpunkt stehen. Und viele Fragen sind im Vorneherein noch zu klären, über die der Verein seine Mitglieder vorab nicht ausreichend informiert hat. So zum Beispiel, ob die RWE-Mitglieder vollkommen ihre Macht verlieren und die GVE der Stadt über essenzielle Veränderungen von nun an zu entscheiden hat. Was passiert, wenn die 50+1-Regel des DFB fällt?

Hendrik Gerstunk führt das RWE-Blog von Reviersport. Er hat 10 Fragen von Usern des RS-Forums gesammelt und sie unserem sportlichen Leiter Thomas Strunz gestellt. Ich kann das Blog nur empfehlen. Hier ein Auszug:

Und die zweite Frage meinerseits: Mir ist aufgefallen, dass in den Fan-Foren auch über einen eventuellen Machtverlust der Mitglieder bei den neuen Strukturen diskutiert wird. Überspitzt gefragt: Werden die Mitglieder überhaupt noch gefragt, bevor die ausgegliederte Spielbetriebsgesellschaft sich irgendwann „Red Bull Essen“ nennt?

Strunz: Die Mitglieder des e.V. behalten über die 51Prozent-Beteiligung an der Spielbetriebsgesellschaft die Mehrheit an dieser Gesellschaft. Somit gibt es keinen „Machtverlust“ der Mitglieder bei den von Ihnen beschriebenen Szenarien.

RWE-Fanblog: Exklusives Fan-Interview mit Strunz

„Kein Red Bull Essen nach der JHV“